Der Rest vom April 2022

Am letzten Tag des April kommen hier noch ein paar Fotos und Ereignisse aus diesem Monat. Unsere Geduld wird momentan auf eine harte Probe gestellt, was unsere Internetverbindung angeht. Seit ein paar Wochen ist sie fürchterlich langsam bzw. manchmal überhaupt nicht vorhanden. Bis Mitte 2023 sollen Teile unseres Dorfes, darunter auch wir, mit fibre optique, Glasfaser-Internet, versorgt werden, und ich erwarte das wirklich sehnsüchtig, denn der momentane Zustand ist sowohl zum Arbeiten als auch z.B. zum Hochladen von Fotos hier in den Blog unerträglich. Ich versuche es heute trotzdem mal mit dem Hochladen.

Den ersten Spargel gab es in diesem Jahr schon Ende März. Wir waren seitdem ein paar mal beim Spargel- und Erdbeerbauern, der nur ein paar Kilometer entfernt ist. Gegenüber von dem Hof ist ein kleiner Flugplatz; hier sieht man ein paar der Hangare (Hangars?) neben der Start-/Landebahn:

Sonst ist da nicht viel mehr als Felder, so weit das Auge reicht. Auf dem Foto hier drunter ist, kaum erkennbar als winziger schwarzer Punkt in der Mitte, eins der kleinen Flugzeuge, das kurz vorher auf dem Flugplatz gestartet ist. Als ich das sah, dachte ich für einen kurzen Moment, das wäre doch bestimmt mal schön, so über die Landschaft hier zu fliegen und alles von oben zu sehen, aber – nein. Dazu hätte ich zu viel Schiss.

An manchen der Felder stehen riesige Bewässerungsanlagen:

Der Spargel von dem Hof ist jedenfalls immer sehr, sehr gut.

Der Wein treibt aus. Ich finde das immer so faszinierend, wenn aus diesen alten, knorzigen Weinstöcken im Frühjahr kleine grüne Blätter kommen:

Die großen Rasenflächen im Garten mäht Leo immer mit dem Rasentraktor. Am Dienstag habe ich den „kleinen“ Rasen innerhalb der Hecke vorm Haus mit dem „normalen“ Rasenmäher gemäht, und als ich fast fertig war, machte es knack und ein Rad war ab. Toll. In drei Wochen kommt ein neues.

Am Mittwoch haben wir mal wieder an einem „lehrreichen Hundespaziergang“ mit unserer Lieblings-Hundetrainerin teilgenommen. Dabei war auch ein 5 Monate alter Welpe, sehr süß. Schön war das, und außerdem haben wir den neuesten Klatsch und Tratsch vom ehemaligen Hundeverein erfahren.

Und an dem See ist es sowieso immer sehr schön. Gaston übt sich im Seilspringen:

Die beiden neuen Junghühner benehmen sich ein wenig – ich sag mal, befremdlich. Sobald Leo mit der Futterschüssel den Gemüse-/Hühnergarten betritt, passiert dieses:

Wenn er es dann bis zum Stall schafft und die Schüssel im Stall-Schrank erstmal abstellt, fliegt mindestens eine der beiden auch in den Schrank:

Dann holt er die Tonne mit dem Körnerfutter hervor, und mindestens eine fliegt drauf:

Wenn er dieses Huhn nimmt und runtersetzt, sitzt sofort, zack, das andere auf der Tonne:

Irgendwie schafft er es, den Deckel abzunehmen, mitsamt Huhn, und zack, sitzt das andere auf dem Verschluss der Tonne:

Trotz all dieser widrigen Umstände ist irgendwann der Körnerfutterbehälter befüllt, die alten Hühner werden damit in der Voliere eingesperrt und die neuen dürfen erstmal in Ruhe aus der Schüssel fressen, weil die alten sie sonst ständig weghacken. Die beiden schlingen das Zeugs rein, als wenn sie tagelang nichts bekommen hätten:

Wenn Leo dann wieder geht, rennen oder fliegen die beiden hinter ihm her. Er könnte ja noch was Essbares fallen lassen.

Uffz. Sage nochmal jemand, das Landleben sei langweilig. Ach ja, und übrigens haben die beiden bislang noch kein einziges Ei gelegt …

Nicht langweilig war es auch gestern, als ich zu einer Gärtnerei am Ortsrand gefahren bin, um ein paar Pflanzen zu kaufen. Als ich ankam, schaute ich in meine Geldbörse, in die ich einen Zettel gelegt hatte mit den französischen Namen der Pflanzen, die ich haben wollte, denn ich kann mir die Namen einfach nicht merken. Dabei stellte ich fest, dass meine Kreditkarte nicht im Portemonnaie war. Mist. Sie war noch in dem anderen, das ich Mittwoch dabeihatte. Also startete ich das Auto, um wieder nach Hause zu fahren, oder vielmehr versuchte ich, es zu starten, denn es tat sich nichts. Kein Mucks, keine Lampe leuchtete mehr auf. Was nun? Zu Fuß nach Hause gehen? Aber was wird dann mit dem Auto? Zu Fuß zur Werkstatt gehen und bitten, dass sie es abschleppen? Ich habe dann in der Gärtnerei gefragt, ob mir jemand Starthilfe geben kann. Ein netter Herr erklärte sich bereit und holte aus einer Garage, in der diverse große Trecker standen, ein Starthilfekabel, fuhr seinen Duster neben unseren Trafic, wo sich inzwischen auch diverse andere Mitarbeiter der Gärtnerei angesammelt hatten und mehr oder weniger gute Ratschläge gaben, schloss die Kabel an die zwei Batterien an, und unser Auto lief wieder. Ich bin dann zu der kleinen Werkstatt hier im Ort gefahren, wo wir schon öfter Reparaturen und Inspektionen haben machen lassen. Der Werkstattmensch wollte die Batterie prüfen und stellte dabei fest, dass die Schrauben von diversen Kabeln, die in der Batterie steckten, nicht festgezogen waren. Er zog sie fest, das Auto startete wieder, und alles war gut. Die Batterie ist ja auch erst wenige Monate alt (wie aufmerksame Blogleser/innen sich vielleicht erinnern), also konnte es daran eigentlich nicht gelegen haben.

Ich denke, ich werde nächste Woche mal als Dankeschön einen Kuchen in der Gärtnerei vorbeibringen. Und endlich die Pflanzen kaufen. – Da das Auto nun wieder fahrbereit war, fuhr ich zuerst nach Hause, um meine Kreditkarte zu holen, und dann in den Nachbarort Pauillac, wie ich es auch eigentlich vorgehabt hatte, um bei der Optikerin meine neue Brille abzuholen. Vor zwei Wochen war ich dort wegen der Anpassung. Schon seit längerer Zeit hat sich zu meiner Kurzsichtigkeit eine Altersweitsichtigkeit gesellt, und ich bin es inzwischen leid, ständig mit zwei Brillen herumzuhantieren. Gleitsichtgläser ist ja ein schreckliches Wort, finde ich, die französische Bezeichnung klingt viel schöner: verres progressifs. Für solche hatte ich mich entschieden. Wenn man in diesem Optikerladen ein neues Brillengestell mit Gläsern kauft, gibt es ein zweites gratis dazu. Die erste Brille hatte ich schon vor einer Woche abgeholt und fand sie absolut schrecklich. Wenn ich nicht starr geradeaus durch die Gläser schaue, sondern die Augen ein paar Millimeter nach links oder rechts bewege, ist alles völlig verschwommen. Und daran soll man sich gewöhnen? Die zweite Brille, das Gratismodell mit anderen (billigeren) Gläsern, war nun gestern fertig. Als ich es abholte, habe ich erstmal rumgemault, wie schrecklich die progressiven Gläser sind, worauf die Optikerin sagte, dass es manchmal lange dauert, sich daran zu gewöhnen. Mir fehlen leider ganz viele Begriffe auf französisch, um klarzumachen, dass das unmöglich nur eine Gewöhnungssache sein kann, also bin ich ohne weitere Kommentare mit der zweiten, der Gratisbrille, nach Hause gefahren, habe rumgemault, die Gratisbrille aufgesetzt, und – oh Wunder, damit kann ich wunderbar sehen, nah und fern, gleitend und progressif! Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass das nur an der Gläserqualität liegt, und dass außerdem auch noch die günstigeren Gläser die sein sollen, mit denen ich besser sehe. Ob da nicht eher mit den ersten Gläsern was nicht stimmt? Nächste Woche werde ich nochmal hinfahren, mal sehen, wie es weitergeht.

Heute morgen ist es völlig nebelig. Und Nebelfotos sind ja fast so schön wie Wolkenfotos, auch wenn man nicht so viel sieht:

Und jetzt reicht es aber für heute.

Kommentare:

  1. … also, ich finde das Verhalten der beiden neuen Hühner irgendwie süß, als ob sie jemand dressiert hätte.
    Deine Foto-Serie ist praktisch schon bühnenreif, besonders, wie Leo da steht, mit dem Huhn auf dem ausgestreckten Arm! :lol: köstlich

    Hier in Münster gibt es übrigens beim Aldi fertig geschälten tagesfrischen Spargel vom regionalen Spargelbauern, Lütke-Laxen aus Handorf.

    Habt noch einen schönen Sonntag,
    Liebe Grüße :knutsch:

      1. ja, siiiescher dat, wird auf dem Hof noch geschält, eingeschweißt und ausgeliefert.
        bei Marktkauf gibt es den gleichen frischen Spargel,
        also auch von Lütke-Laxen,
        und eine von diesen Schälmaschinen, wo man auf seinen Spargel warten kann.
        Der wird dann nicht eingeschweißt, sondern in so eine dünne Plastiktüte gefüllt und schmeckt nix besser oder frischer, als der vom Aldi. :yes:
        Ok, es mag sein, daß ein Feinschmecker einen Underschied herausschmeckt, aber mir reicht der vom Aldi und ich kann den so, wie er ist in den Kochtopf schmeißen.
        Da mache ich mir in der Zeit, wo der Spargel kocht, dünstet oder schmort, lieber die Arbeit, die Sce. Hollandaise selbst zu machen. ;-)

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