Die 10. Woche 2026

Die Jagdsaison ist vorbei, hurra! Kein Geballere mehr am frühen Morgen, und somit ein Panik-Grund weniger für Elly. Außerdem lieferte diese Woche einen Vorgeschmack auf den Frühling, zumindest bis Donnerstag. Laue Temperaturen, viel Sonne und Vogelgezwitscher. Das Wetter lud dazu ein, etwas im Garten zu tun. Ich hatte Ende letzter Woche schon angefangen, den Rasen mit der Sense zu bearbeiten, da das Gras schon so hoch stand und so nass war, dass Leo mit dem Rasenmäher nicht durchgekommen wäre. Montag habe ich weitergemacht, bis alle Akkus leer waren.

Dienstag hatte ich dann glücklicherweise einen Termin bei der Physio-Frau, die mir nach all der Gartenarbeit meinen Rücken wieder ein wenig gerichtet hat 🙄

Vor sieben Jahren hatte ich in die beiden Kübel neben der Haustür Sternjasmin gepflanzt, der aber schon seit vorletztem Jahr nicht mehr sonderlich schön aussieht; die Kübel sind wohl zu klein geworden. Deshalb habe ich die beiden Pflanzen ausgegraben, und sie dürfen jetzt an irgendeinem Zaun im Garten weiter wachsen. Als Ersatz habe ich nun dieses eingepflanzt:

Rosen. Etwas mickerig und noch nicht wirklich als solche zu erkennen, aber das wird schon. Ich bin ja eigentlich gar nicht so der Rosen-Fan, aber die, die wir im Garten haben, sind so schön pflegeleicht.

Heute morgen begegnete mir dieser hier im Gemüsegarten:

Ich habe ihn schon öfter in unserem Garten gesehen, d.h. ich weiß natürlich nicht, ob es immer der selbe Fasan ist, aber vielleicht ist das so. Vielleicht hat er sich mit unseren Hühnern angefreundet, und wenn grad niemand hinschaut, setzt er sich zu ihnen und erzählt ihnen von der großen weiten Welt. Sie hören andächtig zu und erschaudern, wenn er vom Jäger berichtet. 🙂

Außerdem haben wir heute morgen auf unserem Spaziergang auf dem Weg, den man oben auf dem ersten Foto sieht, ein Hufeisen gefunden:

Das bringt doch Glück, oder? Glück kann man ja immer brauchen. Gesundheit wäre auch gut – ich bin schon wieder krank, Hals- und Kopfschmerzen und Schnupfen. Normal ist das nicht, wo ich doch gerade eine Erkältung hinter mir habe. Wahrscheinlich habe ich mich wieder bei Leo angesteckt.

Am 15. und 22. März sind in Frankreich Kommunalwahlen. Freitag abend waren wir auf einer Wahlveranstaltung des von uns favorisierten Kandidaten.
Früher waren solche Wahlen in Cissac keine große Sache, denn der momentane Bürgermeister, inzwischen 88 Jahre alt, macht diesen Job seit 1983 (!), und es hat ihm bislang auch niemand das Amt ernsthaft streitig gemacht. Es war ein offenes Geheimnis, dass er in diesem Jahr nicht noch einmal kandidieren wird, denn so richtig jung und frisch ist er ja nicht mehr, aber damit alles in der Familie bleibt, sollte sein Schwiegersohn den Job übernehmen, der bislang sein Vertreter (1. adjoint) war, und mit 70 Jahren ebenfalls kein junger Hüpfer mehr ist. Aber Ende letzten Jahres kam plötzlich Leben in die langweilige Geschichte, denn jemand anderes kündigte seine Kandidatur an. Christophe heißt er, und er hat in den letzten Jahren in Cissac einiges auf die Beine gestellt. Begonnen hat er seine Aktivitäten vor sechs Jahren, als er zu Anfang der Pandemie Näherinnen für Schutzmasken zusammengesammelt hat (unter anderem mich) und die Verteilung der Masken organisiert hat, da der Bürgermeister nichts in der Richtung unternahm. Dann ging es weiter mit der Gründung eines Vereins, der unter seiner Leitung regelmäßig Dorffeste oder Events organsiert oder Aktivitäten betreibt wie z.B. mit den Schulkindern einen Gemüsegarten anlegen und pflegen, oder einen öffentlichen Bücherschrank installieren – diverse Sachen halt, die eigentlich eine Gemeindeverwaltung machen sollte. Auf einem Dorffest vor vier Jahren hatte ich Christophe gefragt, ob er nicht bei nächster Gelegenheit als Bürgermeister kandidieren will, aber damals hat er das noch weit von sich gewiesen 😄
In einer kleinen Gemeinde der Größenordnung von Cissac mit knapp 2.500 EinwohnerInnen werden keine Einzelpersonen gewählt, sondern eine Liste (liste électorale). Wer BürgermeisterIn werden will, erstellt solch eine Liste mit Personen, die bereit sind, im Gemeinderat (conseil municipal) mitzuarbeiten. Die Größe des Gemeinderates ist abhängig von der Einwohnerzahl des Ortes; hier besteht er aus 19 Personen. Diese 19 stehen in einer festen Reihenfolge auf der Liste, und diese Reihenfolge entscheidet, wer nach Gewinn der Wahl einen Sitz im Gemeinderat bekommt. Frauen und Männer stehen jeweils abwechselnd auf der Liste.
Christophe hat viel Werbung gemacht, hat alle Mitglieder der Liste ausführlich vorgestellt, sowohl auf Facebook und Instagram als auch in Broschüren, die in die Briefkästen gesteckt wurden. Letzte Woche wurde das Wahlprogramm in ansprechend gedruckter Form von den Listenmitgliedern persönlich verteilt – mir hat es eine Nachbarin übergeben, die auch auf der Liste steht.
Die Gruppe um den bisherigen Bürgermeister war nicht so aktiv, sie haben aber schließlich auch noch die Mitglieder ihrer Liste auf Facebook vorgestellt, und Zettel (erstellt mit mindestens 5 unterschiedlichen Schriftarten, aua) in die Briefkästen geworfen, auf denen stand allerdings nicht, was sie in der Zukunft vorhaben, sondern was sie in der Vergangenheit gemacht haben.
Übrigens ist der Posten des Bürgermeisters in der Größenordnung unseres Ortes mit monatlich ca. 2000€ dotiert, was für den scheidenden Bürgermeister in den letzten Jahren sicherlich eine angenehme Aufstockung der Rente für nicht viel Arbeitsaufwand bedeutete. Vielleicht hatte sein Schwiegersohn dieses „Zubrot“ ja auch schon eingeplant …
Naja. Jedenfalls war die Veranstaltung Freitag abend sehr gut besucht, es kamen mehr Leute als erwartet und der Veranstaltungsraum quoll über. Christophe hat nochmal ausführlich sich, seine équipe und ihr Programm vorgestellt und Fragen beantwortet. Er hat viel vor, es hört sich alles sehr gut an – ob alles realisiert werden kann, bleibt zu sehen. Wir sind gespannt, wie die Wahl am 15. ausgehen wird. Da wir lange genug hier in Cissac wohnen, dürfen wir auch wählen, auch ohne französische Staatsbürgerschaft.

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