Am Montag hatten wir tagsüber keine 40 Grad mehr, sondern „nur noch“ 30, es war aber gefühlt nicht wesentlich erträglicher.

Vormittags bin ich zum Einkaufen gefahren und habe vorher bei der mairie, dem Bürgermeisteramt, Halt gemacht, um dort Bescheid zu sagen, dass bei uns gegenüber Unmengen von Scherben auf der Straße liegen, da dort am Vorabend zwei Autos ineinandergekracht waren. Die Frau, mit der ich sprach, sagte, sie informiert jemand, der die Scherben wegmacht. Als ich fragte, ob sie keine genaueren Informationen braucht, wo die Scherben liegen, meinte sie nur „Au niveau de votre maison ?“ also „Auf der Höhe Ihres Hauses?“, was ich bejahte und wieder ging. Wenn ich nicht so perplex gewesen wäre, hätte ich sie gefragt, woher sie weiß, wo ich wohne. Sie hat früher mal in der örtlichen Post gearbeitet – hat sie sich von irgendwelchen Briefen, die ich dort abgegeben habe, meine Absenderadresse gemerkt? Oder sind wir hier bekannt wie bunte Hunde bzw. bunte Deutsche? 😄 Wie auch immer, als ich vom Einkaufen zurückkam, waren die Scherben schon weg.
Dienstag habe ich mal endlich wieder ein wenig Haushaltskram erledigt wie Betten neu beziehen und saubermachen, und den Rest des Tages konnte ich mich dann zu nichts weiterem aufraffen. Diese Hitze, auch wenn sie nicht mehr so fürchterlich extrem ist wie letzte Woche, schlaucht uns ziemlich. Hoffentlich ist der Oktober bald da. Dies hier lässt ja hoffen:

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gab es Gewitter, und zwar so ein richtig heftiges, mit ständigem Donner und mit Blitzen, die fast pausenlos alles draußen in gespenstisches Licht tauchen. Dazu anfangs auch Hagel mit dicken Hagelkörnern, die auf die Dachfenster knallen, und ein Mords-Wind, der total laut durch die Bäume und ums Haus braust, Äste abreißt und alles umfegt, was unbefestigt draußen steht. Als es so gegen drei Uhr nachts losging, sind wir beide davon wach geworden, sind durchs Haus gelaufen und haben geschaut, ob alle Fenster geschlossen sind. Ansonsten kann man ja überhaupt nichts machen gegen solche Wetter-Gewalten, nur hoffen, dass es bald vorbei ist und nicht allzu großen Schaden anrichtet. Es hat über zwei Stunden gedauert, bis es wieder ein wenig ruhiger wurde. Elly war natürlich so richtig fix und fertig. Irgendwann sind wir wieder eingeschlafen, aber ruhiger Schlaf war das nicht.
Am nächsten Morgen:

Das war noch Glück im Unglück, denn es sind zwar jede Menge dickere Äste von den Bäumen gerissen worden, aber die Autos, die bei dem momentanen Wetter meist unter den Bäumen stehen, damit sie sich nicht so aufheizen, haben keine Schäden davongetragen.
Von der anderen Seite aus war das eine Auto gar nicht mehr zu sehen:

Leo hat dann den Rest des Tages damit verbracht, Kleinholz zu machen.
Donnerstag früh war es unterwegs sehr friedlich:

… zumindest so lange, bis wir erst einem Reh und dann einem Kaninchen begegnet sind, woraufhin Elly jedesmal ziemlich ausgerastet ist.
Leo hat sich nachmittags damit beschäftigt, leckere Sachen zum Essen zu machen, denn abends bekamen wir Besuch zum Doppelkopf-Spielen.
Eine Biene im Landeanflug:

Von Freitag und Samstag gibt es nichts erwähnenswertes zu erzählen. Heute, also Sonntag, waren wir abends auf einem Konzert im Nachbarort Vertheuil. Die Vorgeschichte dazu ist, dass eines Tages, als ich mal mit Barney und seiner „Mama“ auf einem Hundespaziergang unterwegs war, uns ein Mann auf einem Fahrrad begegnete, ebenfalls mit einem Hund, und wir uns kurz unterhalten haben. Wir erfuhren, dass er auch in Cissac wohnt, dass er Klavier spielt, und wie er heißt, nämlich Phil Walter. Neugierig wie ich bin, und da ich wissen wollte, was er so spielt auf dem Klavier, habe ich ihn hinterher im Internet recherchiert und auf Facebook gefunden. Die Musik, die ich da hörte, gefiel mir sehr gut. Das alles ist schon eine Weile her. Nun sah ich zufällig vor kurzem, dass er heute in Vertheuil ein Konzert gibt, in einer kleinen Galerie, wo auch Kunstausstellungen stattfinden oder Workshops u.ä. Und dort waren wir nun heute abend, um das Konzert zu hören. Es war in ziemlich kleinem Rahmen, vor einem Publikum von ca. 30 Leuten, und es war sehr sehr schön. Er hat viele Eigenkompositionen gespielt, aber auch Stücke anderer Komponisten, alles eher jazzig. Und ohne irgendwelche Noten, sehr faszinierend. Das war ein schönes Wochen-Ende.
