Die 31. Woche 2026

Anfang der Woche war die Waldbrand-Situation nicht verändert. Sonntag abend wurde die Autobahn A63 zwischen Bordeaux und Bayonne gesperrt, eine der Hauptrouten nach Spanien. Seit Sonntag fuhren auch keine Züge von Bordeaux nach Bayonne. Das Flixbus-Unternehmen hat die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und schnell seine Preise für die Strecke enorm erhöht.
Montag waren zwar keine neuen Brände ausgebrochen, aber am Dienstag, einer davon nicht weit entfernt vom Flughafen. Dieser wurde zum Glück relativ schnell gelöscht.
Dienstag wurden alle Campingplätze und Feriensiedlungen in Lacanau und Lacanau-Océan evakuiert, 4.000 Menschen waren betroffen.
Mittwoch lag den ganzen Tag eine Dunstglocke über dem Médoc. Das Foto oben ist von Mittwoch früh, und so milchig wie der Himmel dort aussieht, blieb er den ganzen Tag, zum Teil auch im Norden des Médoc, wo wir nachmittags waren.
In Le Porge war es während des Feuers zu Explosionen gekommen, deren Ursache zuerst unklar war – für Gasflaschen, die man zuerst in Verdacht gehabt hatte, waren die Explosionen zu heftig. Dann haben Feuerwehrleute ein Granatenlager aus dem 2. Weltkrieg mit über 100 Granaten entdeckt.
Donnerstag war die Situation morgens „stabil“, also es waren keine neuen Brände ausgebrochen, nur an bereits gelöschten Stellen flammte es immer mal wieder auf. Auch die Autobahn nach Bayonne wurde wieder geöffnet, und in den Vororten von Bordeaux konnten 84.000 Menschen zurück in ihre Häuser.
Freitag und Samstag wurde ein Großteil der noch bestehenden Evakuierungen aufgehoben, auch die der Campingplätze und Feriensiedlungen in Lacanau. Stand Samstag können aber etwas mehr als 10 % der ursprünglich 220.000 evakuierten Menschen immer noch nicht nach Hause – oder haben kein Zuhause mehr.
Samstag wurden auch die Zugverbindungen Richtung Bayonne wieder aufgenommen. Pech für Flixbus.

Die Feuer sind jetzt, am Sonntag, wohl größtenteils „unter Kontrolle“, was allerdings nicht bedeutet, dass sie alle gelöscht sind. Zum Teil schwelen sie unter der Erdoberfläche vor sich hin und können unter ungünstigen Konditionen wieder ausbrechen. Aber das Schlimmste ist wohl vorbei. Erstmal.

Wie ich las, war es der größte Brandbekämpfungseinsatz in der Geschichte des Zivilschutzes in Frankreich, 3.300 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Es wurden zur Brandbekämpfung an mehreren Stellen riesige Schneisen in die Wälder geschlagen, in einer Breite von 50 Metern oder mehr und einer Gesamtlänge von über 160 Kilometern, um die weitere Ausbreitung der Feuer zu vermeiden.

Im Zusammenhang mit den Bränden hat die französische Strafvollzugsbehörde Kontakt zu den Gerichten in Bordeaux und Libourne aufgenommen, damit aktuell möglichst keine neuen Inhaftierungen veranlasst werden, denn die Untersuchungshaftanstalt in Gradignan im Süden von Bordeaux, in der momentan 1.200 Menschen inhaftiert sind, ist bereits zu 200% überbelegt. Wenn sich das Feuer weiter Richtung Bordeaux gefressen und deshalb eine Evakuierung des Gefängnisses angestanden hätte, wäre das sehr problematisch geworden, da alle Gefängnisse in Frankreich massiv überbelastet sind.

Ich las auch, dass 460 Bienenvölker nicht rechtzeitig evakuiert werden konnten und durch die Brände zerstört wurden. Das ist natürlich für die Bienen selbst am schlimmsten, aber auch für die Imker ist es ein sehr großes ökonomisches Problem, da nicht nur die Bienen und all das Material wie Bienenstöcke etc. verbrannt sind, auch die Pflanzen, die die Grundlage für den Honig sind, werden so schnell nicht nachwachsen.

Unser Alltag in dieser Woche:

Nach Hundespaziergang unter dramatischem Himmel bin ich Montag früh mit Leo nach Grayan gefahren zum Aufbau der Ausstellung. Ich hatte (bzw. habe immer noch, die Ausstellung geht bis zum 8. August) den ganzen vorderen Teil der médiathèque für meine Fotos zur Verfügung.
Erst hatte ich vor, die Bilder direkt an den Gitterwänden aufzuhängen:

Das sah aber ziemlich blöd aus, wenn das Bild auf der anderen Seite der Wand nicht genau die gleiche Größe hatte. Deshalb haben wir, bzw. Leo, die Abdeckplanen, die für diese Gitterwände vorhanden waren, darüber gehängt, und das sah dann viel besser aus:

Meine beiden Mit-Ausstellerinnen waren inzwischen schon fertig mit dem Aufhängen ihrer Bilder. Hier eine Seite des Raums:

So sah es bei mir kurz vor Fertig aus:

In dieser médiathèque befindet sich auch die Leihbücherei des Ortes und die Post. Es war dort ziemlich reges Treiben, und während wir am Aufbauen waren, schauten sich einige der BüchereibesucherInnen die Bilder und Fotos an. Ein Mann sprach mich an und fragte, ob er eines der Fotos kaufen könnte. Ich war etwas perplex, aber er meinte es offensichtlich ernst 😄 Ich habe ihm das Bild dann reserviert und ihn zur Vernissage am Mittwoch eingeladen.

Am Mittwoch hat Leo den Vormittag in der Küche verbracht und für die Vernissage abends Unmengen kleiner Blätterteig-Pizzaschnecken gebacken:

Nachmittags sind wir dann nach Grayan gefahren und haben das Büffet aufgebaut, bis es dann um 18 Uhr losging. Es war ein sehr schöner Abend mit vielen netten Gesprächen. Der Herr, der am Montag das Foto kaufen wollte, war auch da, und ich habe außerdem noch drei weitere Bilder verkauft. Ich bin total glücklich, dass meine Fotos auch anderen Leuten so gut gefallen! 😊 Mit so einer tollen Resonanz hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Am Montag hatte ich während des Aufbaus mit einer Fotografin gesprochen, die zufällig vorbeikam, und die am Donnerstag eine Vernissage in Montalivet gehabt hätte. Diese wurde aber, wie viele andere kulturelle und sportliche Veranstaltungen im Médoc, wegen Feuergefahr abgesagt. Ganz nachvollziehbar ist das nicht, denn sie hätte in geschlossenen Räumen stattgefunden, aber die Entscheidungshoheit lag jeweils bei den Bürgermeistern, und der aus Montalivet sah das wohl etwas strenger als der in Grayan. Da hatten wir Glück.

Am Donnerstag nachmittag bin ich nochmal dahin gefahren, habe mich mit einer meiner Mitausstellerinnen getroffen, habe mit Leuten geredet, die in die Ausstellung kamen, und außerdem kam wie verabredet der Herr, der das erste Foto haben wollte, um es abzuholen, denn er verbringt nur seinen Urlaub hier und wollte es nun mitnehmen. Die anderen drei verkauften Bilder bleiben bis zum Ende der Ausstellung hängen.

Heute, also Sonntag, hörte ich, als ich morgens mit den Hunden unterwegs war, das Sirenengeräusch von einem Feuerwehrauto. Als wir uns dann unserem Gelände näherten, sah ich, dass ein Feuerwehrauto mit Blaulicht direkt an der Wiese neben unserem Grundstück stand. Da ging bei mir sofort das Kopfkino los.

Es war allerdings nichts zu sehen und kein Qualm zu riechen, und ich wollte nicht mit den beiden Hunden dahingehen und fragen, was los war (wenn Gaston Männer in Uniform sieht, fängt er immer an zu kläffen, keine Ahnung, wie das entstanden ist). Als ich dann eine Viertelstunde später draußen die Pflanzen gegossen habe, sah ich sie wieder losfahren. Also kein Grund, eine Notfalltasche zu packen.

Das Wetter ist einigermaßen erträglich – wir haben hier keine 40 Grad mehr, das ist schonmal gut. Man wird ja bescheiden. Nachdem es heute hochmal ziemlich heiß war, sollen die Temperaturen in den nächsten zwei Wochen sogar unter 30 Grad bleiben. Aber so langfristigen Wettervorhersagen traue ich eh nicht.

Zum Schluss noch Trauben, die sich jetzt langsam verfärben:

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