Hier in den Medien sind nun keine „Live-Ticker“ mehr zu den Bränden zu lesen. Die Stellen, an denen noch Schwelbrände sind, sind unter Kontrolle. Bis das alles endgültig gelöscht ist, soll es allerdings noch Wochen dauern.
Über 400 Gebäude sind verbrannt, davon 250 Wohnhäuser. Und ca. 10 Millionen Bäume. Alle Evakuierungen sind seit letztem Montag aufgehoben.
Wie ich las, gab es vorher nur eine einzige Brandkatastrophe, die mit 50.000 Hektar noch mehr Wald vernichtet hat, das war 1949, etwas weiter im Süden. Ich will gar nicht wissen, was uns in der Zukunft bevorsteht, mit weiteren Bränden, Wasserknappheit, längeren Hitzeperioden und extremen Wettersituationen.
Montag hat es hier richtig geregnet, es waren sogar Pfützen auf den Wegen! Lange nicht mehr gesehen, sowas:

Als wir wieder zurückkamen, stand vor dem Weinfeld, das direkt bei uns nebenan ist, ein Bagger, der darauf schließen ließ, dass dieses Weinfeld nun auch gerodet wird. Das hatte ich ja schon vermutet, da die Weinreben dieses Jahr auch nicht zurückgeschnitten worden waren.

Nachmittags, nachdem ich bei der Physiotherapie war, bin ich hinter Vertheuil an einem ehemals riesengroßen Weinfeld vorbeigefahren. Auch da ist jetzt nichts mehr:

Ist schon irgendwie traurig, wie sich die Landschaft ändert.
Wie man sieht, hatte sich der Regen wieder verzogen.
Dienstag morgen war der Bagger in Aktion:

Auf manchen Feldern, die vor einiger Zeit gerodet wurden, wurden aber auch neue Weinstöcke angebaut, z.B. auf diesem hier, an dem wir Dienstag vorbeigekommen sind:

Was am Mittwoch war, ist hier zu lesen.
Donnerstag morgen war dann sowohl der Bagger, als auch das Weinfeld nicht mehr da:

Außerdem liefen während des Spaziergangs Rehe in unserer Nähe herum, wie so häufig, allerdings war ich dieses Mal glücklicherweise die einzige, die sie gesehen hat. Etwas arg unscharf:

Nachmittags war ich wieder in Grayan, um die Ausstellung zu „bewachen“. Es waren wesentlich mehr Leute da als am Vortag.
Von Freitag gibt es irgendwie gar nichts zu bemerken. Außer vielleicht, dass es wieder heiß wird, und dass eine weiße Aubergine im Gemüsegarten wächst:

Samstag morgen bin ich schon um kurz nach sieben mit den Hunden losgegangen – beinahe hätte ich noch den Sonnenaufgang erwischt:

Danach sind wir nach Grayan gefahren zum „Abbau“ der Ausstellung.

Mir hat es viel Spaß gemacht, die Fotos zu zeigen und so viel tolle Resonanz zubekommen. Mal sehen, ob sich demnächst mal wieder eine Gelegenheit zu einer Ausstellung ergibt.
Auf dem Rückweg sind wir zunächst Richtung Montalivet gefahren. In Montalivet steht in diesem Sommer ein Riesenrad:

Wir waren kurz in einer Ausstellung, die heute anfängt. Das meiste hat uns gut gefallen. Es gibt gemalte Bilder zu sehen, Fotografien, Skulpturen und mehr.

Danach haben wir kurz überlegt, ob wir eine Runde Riesenrad fahren, haben es dann aber nicht getan. Vielleicht fahren wir nochmal hin.
Anschließend noch Einkauf, und nachmittags waren wir so k.o., dass wir beide etwas Schlaf brauchten.
Wegen stark erhöhtem Waldbrandrisiko wurde Samstag die Warnstufe wieder auf „rot“, also die zweithöchste Stufe, erhöht. Es ist sehr heiß und sehr trocken.
Nachts hat es heftig gewittert, mit Regen, und auch heute, also Sonntag Morgen regnete und donnerte es noch – was dazu führte, dass Gaston lieber in der Küche liegengeblieben ist und ich mit Elly alleine eine Runde gedreht habe. Wir sind nicht nass geworden, die Sonne kam grad hinter den Gewitterwolken hervor und ließ die Regentropfen auf den Weinblättern glitzern.

Wieder zuhause angekommen, haben Leo und ich bei drei Hühnern Krallenpflege betrieben, da sie offensichtlich eine Milbenkrankheit haben, die Auswüchse an den Krallen verursacht. Krallenpflege, das klingt recht harmlos. Bedeutet aber: Mit den Flügeln schlagende, kreischende, wegrennende Hühner versuchen, einzufangen (Leo), dann die hingehaltenen Krallen mit ekelig stinkendem Zeug bepinseln (ich). Und das alles drei mal. Leo hatte den mieseren Teil der Arbeit erwischt. Und es gibt leider keine Fotos, dafür hätten wir eine dritte Person gebraucht – die Aktion wäre aber sicherlich Fotos wert gewesen.
In den nächsten Tagen soll es wieder sehr heiß werden, Donnerstag fast 40 Grad. Und zwei neue Brände sind heute hier im Département ausgebrochen, einer in der Nacht an der Grenze zu den Landes auf einem Militärgelände, der ist inzwischen wieder gelöscht. Der zweite in Saint-Jean-d’Illac, westlich von Bordeaux, der ist noch aktiv. Ach je 🙁