Der Brenner unserer Ölheizung, da oben auf dem Foto zu sehen, sollte nun endlich diese Woche gegen eine Wärmepumpe ausgetauscht werden und die Ölheizung somit der Vergangenheit angehören. So lief das Ganze ab:
Montag um 8 Uhr standen der Wärmepumpeneinbauer und sein Azubi vor der Tür. Sie luden jede Menge Zeugs aus ihrem Wagen in unsere Garage und legten los.
Als erstes bohrten sie in die Wand der Garage neben der dépendance, dem kleinen Anbau, ein Loch, montierten dort das Außenteil der Wärmepumpe und verlegten die Verbindungsschläuche vom Außenteil in die Garage.

Faszinierend, was so ein Installateur alles dabei hat:

Dienstag und Mittwoch ging es ab 8 Uhr weiter, Dienstag bis 19 Uhr, Mittwoch haben sie vor 17 Uhr Schluss gemacht, weil irgendein Verbindungsteil fehlte. Als ich den Meister fragte, ob sie denn wohl wie geplant zum Wochenende fertig werden, wiegte er den Kopf bedächtig hin und her und sagte, ça va être juste, das wird knapp. Wenn er das schon so sagt, wird es vermutlich noch zwei Wochen dauern.
Die Wärmepumpe steht momentan mit dem Ausgleichsballon zusammengebaut mitten in der Garage; Leo witzelte schon, dass die beiden Wärmepumpeneinbauer vielleicht gar nicht wüssten, dass die Pumpe dorthin soll, wo zur Zeit noch der alte Ölbrenner steht. Aber die werden ja wohl wissen, was sie tun. Hoffentlich.

Das Innenleben sieht interessant aus:

Donnerstag kam der Azubi morgens nach neun, der Meister irgendwann später. Nachmittags klopfte er an die Haustür und verkündete, dass ein disjoncteur fehlt, ein Sicherungsschalter. Aha. Den könne er erst morgen holen, und wenn sie dann anschließend weiterarbeiten würden, würden sie bis abends gar nicht fertig, und wir wären dann am Wochenende ohne Heizung und in der Küche ohne Warmwasser, und überhaupt würde es nächste Woche sowieso nicht weitergehen, denn da hätte der Azubi Urlaub, und alleine kann der Chef das nicht, und langer Rede kurzer Sinn: Arbeitsstop, und erst am 30. März geht es weiter. 🤬 Ich sollte mich als Hellseherin betätigen, denn was hatte ich gestern vermutet? Genau, „… wird es vermutlich noch zwei Wochen dauern“. Also: tief durchatmen, ändern können wir es sowieso nicht. Es ist zwar wenig wahrscheinlich, dass er gestern noch nicht wusste, dass er heute diesen disjoncteur braucht, aber eine Diskussion darüber hätte auch nichts geändert. Unser restliches Heizöl sollte eigentlich bis übernächste Woche ausreichen. Das Anzeigegerät für den Öl-Füllstand funktioniert zwar schon seit längerem nicht mehr richtig, aber wir haben einen langen Stab in den Tank gesteckt, demnach ist noch ausreichend drin. Selbst wenn nicht, wäre das auch nicht so schlimm, denn es ist ja momentan total schön draußen, ständig blauer Himmel und Temperaturen so um die 20 Grad, so dass die Heizung eh kaum in Betrieb ist. Außerdem müssen wir nun für morgen früh keinen Wecker stellen und können länger schlafen. Immer positiv denken.
Freitag, morgens: Das Wasser in der Küche wird nicht mehr warm. Der Kontrollblick auf den Heizungsbrenner in der Garage zeigt: die rote „Fehler“-Lampe leuchtet, und mehrere Versuche, die Heizung zu starten, laufen ins Leere. Die Heizung funktioniert nicht mehr.
Das wäre nun der geeignete Moment dafür gewesen, dass jemand hinter der Hecke hervorspringt und ruft „Hahaha, versteckte Kamera!“ Tat aber niemand. Naja. Wie ich schon bemerkte, es ist ja nicht mehr so kalt draußen. Und warmes Wasser in der Küche wird sowieso überbewertet. Wie gesagt, positiv denken.
Deshalb ein paar positive Fotos:
Ist das nicht schön, dieser blaue Himmel:

Und fleißig waren wir auch; ich habe den Lagerstroemien, die so aussahen:

… ihren jährlichen Schnitt verpasst, jetzt sehen sie so aus:

Leo und T. haben hinten im Garten die Entwässerungsrohre, die dazu dienen sollen, dass sich das Wasser bei starkem Regen dort nicht so staut, fertig verlegt. Überall dort, wo momentan hier auf dem Foto kein Gras zu sehen ist, verlaufen nun die Rohre unter der Erde:

Und die beiden Blumenwiesen sind auch fertig vorbereitet, mal schauen, was da nun alles aus den Samenmischungen wachsen wird:

Eine Sache hat dann meine Bemühungen, immer positiv zu denken, auf eine harte Probe gestellt. Ich wollte für den Enkel einen Tonie bestellen (wer nicht weiß, was das ist: Tonies sind kleine Figuren, auf denen Musik oder Hörspiele gespeichert sind, und die man zum Abspielen auf eine so genannte Toniebox stellt – also etwa ein modernes Äquivalent zu Hörspielcassetten). Tonies in deutscher Sprache gibt es in Frankreich natürlich in Geschäften nicht zu kaufen, und bei den einschlägigen Versandhändlern gab es den, den ich unbedingt haben wollte, nicht mehr. Also gebraucht bestellen, ist ja auch kein Problem. Bei Vinted wurde ich fündig bei einer Frau aus Deutschland und habe das Teil bestellt und bezahlt. Am nächsten Tag kam eine Nachricht von ihr, O-Ton: „WARUM EINEN DEUTSCHEN TONIE? WENN ER NACH FRANKREICH GEHT?“ Kein „Hallo“, keine Grüße, nix. Auch hier wieder ganz wichtig: erstmal tief durchatmen, bloß nicht sofort antworten. Ich schrieb ihr dann etwas später „Warum nicht? Gibt es Probleme mit dem Verschicken?“ und fügte freundliche Grüße hinzu. Ihre Antwort, O-Ton: „Der verlangt mehr Daten von mir um nach Frankreich zu schicken, deswegen frage ich, auch weil ich gehört hatte das manche Betrüger das nach Frankreich wollen.“ Wer auch immer „Der“ ist. Und mit „mehr Daten“ meint sie wahrscheinlich das „F“ vor der Postleitzahl? Und stimmt, weiß ja jeder, dass Frankreich berüchtigt ist für seine Betrüger, die millionenfach Tonies in Deutschland bestellen, ohne sie zu bezahlen, und sie dann in Frankreich für teures Geld verkaufen.
Ich bin gespannt, wie das weitergeht.
Samstag morgen kam nochmal der Wärmepumpen-Meister, dem ich Freitag geschrieben hatte, dass die Heizung nicht mehr funktioniert. Er schaute sich die Sache an, konnte aber auch nichts machen. Vermutlich geht das Ansaugrohr, das das Öl vom Tank zum Brenner befördert, nicht bis ganz unten in den Tank, so dass der letzte Rest Öl nicht angesaugt wird. Dann ist das jetzt halt so. Eine Woche werden wir schon noch durchhalten. Positiv denken!
Heute, also Sonntag, ist Leo vormittags zu einem Eierproduktions-Betrieb in einem Vorort von Bordeaux gefahren. Dort werden ein bis zwei mal im Jahr die Hühner, wenn sie 75 – 80 Wochen alt sind, gegen ganz junge „ausgetauscht“. Die jungen legen fünf bis sechs Eier pro Woche, die „alten“ legen nur noch drei bis vier, und das reicht für so einen Eierverkaufs-Betrieb nicht. Deshalb werden die alten Hühner verkauft, und so ein Verkaufs-Termin war heute. Wir haben ja momentan nur noch drei Hühner, zwei davon haben wir ebenfalls als poules de réforme im August 2024 aus so einem Hühner-Massenbetrieb übernommen.
Die Hühner hockten heute morgen dort auf dem Hof zu mehreren in Boxen und warteten auf Abholung (die beiden Typen, die gleich in Pose gesprungen sind, als Leo das Foto machen wollte, gab es nicht dazu):

Zuhause angekommen, wurde die Box in den Stall gestellt. Sie sehen alle ein wenig zerrupft aus. Die, die hier als erste aus der Box gesprungen ist, tat sich dann im weiteren Verlauf besonders hervor durch unfreundliches Verhalten und hat den anderen vier durch ständiges Gehacke klargemacht, dass sie diejenige ist, die sagt, wo es langgeht:

Eine von unseren alten stand die ganze Zeit vor dem Stall und beäugte die neuen. There’s a new kid in town:

Das kann noch heiter werden, wenn die beiden ohne Zaun dazwischen aufeinandertreffen …
Und gleich gibt es das erste Mal in dieser Saison Spargel:

Servus Barbara,
die Erfahrungen mit euren Handwerkern decken sich ziemlich mit denen hier, auch wenns nicht um Wärmepumpe geht.
Und Deine Hühnergeschichten, die liebe ich. Wir haben Nachbarshühner, die bieten ebenfalls tägliches Kinoprogramm an, mal rennt eines ratlos bei uns im Garten rum oder geht sonstwo spazieren, es ist immer was los!
Beste Grüsse Andi
Hallo Andi,
es ist so nervig, wenn man sich nicht an die gemachten Zusagen der Handwerker halten kann, vor allem wenn das mehrfach vorkommt. Klar kann immer mal was dazwischen kommen, aber in so einer Häufigkeit?
Hühnergeschichten wird es sicherlich noch das eine oder andere Mal hier geben 😄
Grüße zurück!