Im Blog Blogissimo gibt es die Blogparade #relevant, in der es diesmal um das Thema geht, ob man im Alltag bar oder unbar bezahlt. Heute ist der letzte Tag, um noch mitzumachen, also schreibe ich auf den letzten Drücker was dazu:
Wenn ich einkaufen gehe, zahle ich in den allermeisten Fällen mit dem Handy, da ich das sowieso immer in der Hosentasche habe, oder wenn das nicht möglich ist, mit der Kreditkarte – sofern ich sie dabei habe. Hier gibt es die so genannte Carte bleue (dafür stehen die Buchstaben CB oben im Foto auf der Kreditkarte), die meist mit Visa oder Mastercard verknüpft ist und entweder als Debitkarte funktioniert, also mit sofortiger Abbuchung vom Konto, oder aber als Kreditkarte mit monatlicher Abrechnung. Kartenzahlung ist hier sehr weit verbreitet, nur ganz selten gibt es in Geschäften einen Mindestbetrag zur Nutzung einer Karte, und es ist mittlerweile kein Sonderfall, das Baguette beim Bäcker mit der Karte zu zahlen. Oder halt mit der Banking-App des Handys. (Irgendwann funktionierte das Kartenlesegerät unseres Dorfbäckers nicht richtig – Zahlungen per Android-Handys klappten zwar, aber Iphones funktionierten nicht. Da musste ich dann leider auf das Baguette verzichten. Inzwischen hat der Bäcker ein neues Lesegerät, so dass ich nicht mehr extra die Karte mitnehmen muss.)
Was es hier außerdem noch gibt, sind Schecks. Wenn man ein Konto eröffnet hat, bekommt man ein richtiges Scheck-Abreißheft, wie ebenfalls oben auf dem Foto zu sehen. Manche größeren Ladenketten haben an jeder Kasse noch einen speziellen Scheckdrucker, der den Scheck komplett ausfüllt, so dass er nur noch unterschrieben werden muss – und einen Ausweis muss man dann vorzeigen. Aber Leute, die mit Scheck im Supermarkt zahlen, sehen wir immer seltener.
Es gibt auch Situationen, in denen wir Schecks benutzen. Als wir z.B. den Auftrag für den Einbau der Wärmepumpe unterschrieben haben, wurde eine Anzahlung von mehreren tausend Euro fällig, und der Handwerker hat natürlich kein Kartenlesegerät, und wir nicht so viel Bargeld, daher haben wir einen Scheck ausgefüllt. Er hatte uns ja auch die Klimaanlage eingebaut (die wir auch per Scheck angezahlt hatten), da konnten wir dann aber die Abschlussrechnung überweisen. Darauf lassen sich nicht alle Handwerker ein, manchen ist Scheckzahlung immer noch lieber.
Zu unseren „Anfangszeiten“ hier in Frankreich waren Überweisungen höherer Beträge sehr unüblich. Ich kann mich z.B. noch gut daran erinnern, als wir im Oktober 2009 zur Vertragsunterzeichnung beim Notar im Nachbarort Pauillac waren und er uns fragte, ob wir mit einem Scheck bezahlen wollten, oder wie sonst? Als wir sagten, wir hätten das Geld bereits überwiesen, ging dann längeres Telefonieren mit der Bank los, um zu erfahren, ob das Geld denn eingetroffen sei.
Auch die kinésithérapeute, die Physiotherapeutin, hat kein Kartenlesegerät, daher stelle ich dort einen Scheck aus für die kleinen Beträge, die ich zu dem, was die Krankenversicherung zahlt, noch dazuzahlen muss.
Bar bezahle ich die Friseurin, Audrey, die alle paar Monate zu uns kommt – das ist eine coiffeuse à domicile, sie macht nur Hausbesuche. Als Leos Mutter noch bei uns lebte und nicht mehr mobil war, kam Audrey zunächst, um nur ihr die Haare zu schneiden. Da sie das aber sehr gut macht und auch sehr nett ist, kommt sie nun zu mir zum „Haare machen“.
Ich finde das Zahlen per Karte oder Handy total angenehm. Es geht fix, ich muss keine Geldbörse mitschleppen, und es ist auch so, dass ich, wenn ich dann mal Bargeld nutze, gar nicht darüber nachdenken mag, wer das wohl alles schon in der Hand (oder in/an anderen Körperteilen …) gehabt hat. Ich habe immer das Bedürfnis, mir sofort die Hände zu waschen, wenn ich Bargeld in der Hand gehabt habe. Aber vielleicht bin ich in der Beziehung ja ein wenig komisch 🤣
Wir bestellen recht viel im Internet. Dabei fand ich es anfangs etwas verwunderlich, dass es hier praktisch gar nicht möglich ist, auf Rechnung zu bestellen, wie ich das aus Deutschland gewohnt war, sondern immer nur per Vorauszahlung. Vorauszahlungen kann man auch per Überweisung tätigen, oder man kann bei manchen Firmen sogar einen Scheck per Post schicken, aber die Lieferung erfolgt immer erst nach Zahlungseingang – also wenn der Lieferant erstmal ein paar Tage auf den Scheck wartet und dann erst die Ware abschickt, kann das schonmal dauern. Das wäre nichts für mich. Internetbestellungen zahlen wir ebenfalls per Kreditkarte, oder mit PayPal, selten auch mal per Bankeinzug.
Ein wenig Kleingeld haben wir aber dennoch meist im Haus, für die paar Fälle, die nicht per Karte bezahlt werden können.
Danke für deine Teilnahme :)
Es ist bestimmt schon 20 Jahre her, dass ich zum letzten Mal einen Scheck gesehen habe. Und einen Scheckdrucker kenne ich überhaupt nicht.
Das ist kein Wunder, die Schecks wurden ja in Deutschland auch 2002 schon abgeschafft 🙂 Und solche Scheckdrucker wie hier gab es soweit ich weiß in Deutschland nicht.